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Minecraft im Mathematikunterricht spielen


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Minecraft im Mathematikunterricht spielen

Vielleicht haben Sie von dem Spiel Minecraft gehört, das von Millionen Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt gespielt wird? Aber wussten Sie auch schon, dass es genutzt werden kann, um mathematische Kompetenzen zu vermitteln? Wir haben Mitch Brotherton, Lehrer und itslearning-Nutzer an der Otwell Middle School in Cumming (Georgia, USA), für Sie dazu befragt.

Minecraft ist ein Spiel, in dem man mit dreidimensionalen Bausteinen sowohl einfache Dinge wie Häuser als auch komplizierte Sachen wie programmierbare Computer bauen kann (siehe Video). Es kann im Unterricht eingesetzt werden, um mathematische Begriffe und Sachverhalte zu vermitteln – von einfachen Multiplikationstabellen bis hin zu höherer Physik.

Mitch Brotherton unterrichtet Mathematik in der 6. und 7. Klasse. Dieser Unterricht ist wirklich ungewöhnlich. In dieser von ihm selbst entwickelten Einheit vermittelt er Anwendungen der Mathematik, dabei auch Medienkompetenz-Themen wie HTML-Programmierung und Videobearbeitung. Als wir ihn fragten, warum er im Unterricht Minecraft einsetze, erklärte Brotherton:

„Alle Schüler kennen Minecraft. Warum sollte man es daher nicht in einer Zeit, in der sich die Lehrkräfte darum bemühen, den Unterricht interessanter zu gestalten, nutzen?“

Was man sich vorstellen kann, kann man auch bauen

„Minecraft gehört zur Gattung der sogenannten ,Sandkasten-Spiele‘, in denen die Spieler selbst bestimmen, was sie tun möchten. Nur die Phantasie setzt Grenzen. Der Spieler kann das Gelände und alle Objekte von Minecraft ändern. Minecraft kann so einfach oder kompliziert sein, wie es den Fähigkeiten des Spielers entspricht“, so Brotherton weiter.

Sein Kurs orientiert sich dabei an den dort üblichen Lehrplänen für Kernkompetenzen in Mathematik. Im Mittelpunkt stehen dabei Projekte, die in vier Phasen unterteilt sind: Recherche, Konzeption, Ausarbeiten und Präsentation. In der Arbeitsphase bauen seine Schüler in Minecraft Objekte, mit denen sie nachweisen sollen, dass sie grundlegende mathematische Begriffe wie Relationen, Quadranten, Flächen oder Volumen verstanden haben. Die Schüler erstellen Graphen, Gebäude und andere Konstruktionen, machen dann Screenshots und geben diese über die Aufgabenfunktion von itslearning an den Lehrer ab.

Brotherton setzt eine speziell für Unterrichtszwecke entwickelte Version von Minecraft ein, MinecraftEdu. Sie umfasst viele Funktionen, die besonders für den Unterricht nützlich sind, wie beispielsweise den Multiplayer-Modus. So können die Lehrkräfte ihre Schüler durch das Spiel führen und ihre eigenen Kursinhalte einbetten.

„Dieses Spiel bietet alles, was sich ein Lehrer nur in seinem Unterricht wünschen kann: Kreativität, Kooperation, Relevanz und nicht zuletzt Spaßfaktor“, berichtet Mitch Brotherton.

Fördert die Kreativität

Minecraft animiert Schüler wie Lehrer dazu, kreativ zu sein.

Brotherton erklärt: „Ich habe in Minecraft eine größere Freiheit bei der Konzeption meiner Unterrichtsstunden als mit herkömmlichen Methoden. Ich gehe wie folgt vor: Zunächst schaue ich mir die Lehrpläne an, überlege dann, was die eigentliche Lernziele sind und frage mich dann, was meine Schüler bauen müssten, um nachzuweisen, dass sie diese Ziele erreicht haben. Keine Arbeitsblätter, keine Vorträge, nur Kreativität. Für einen Lehrer ist es äußerst motivierend, so viel Freiheit bei der Konzeption der Lerneinheiten zu haben. Und dann kann man sich erst recht vorstellen, wie motivierend es für die Schüler ist, die gleiche Freiheit zu haben.“

Kooperation ist der Schlüssel

„Die Einrichtung meines Unterrichtsraums ist eigentlich ganz einfach. Ich habe meinen Platz, von dem aus ich alle Computer beobachten kann. Vor mir ist der Beamer. Wenn wir Minecraft spielen, kann ich an meinem Platz sitzen, mit Minecraft auf dem Beamer, und habe alles im Blick. Ich kann spielen, gleichzeitig mit meinen Schülern sprechen, ihnen bei den Problemlösungen helfen und sie bei ihrer Zusammenarbeit beobachten. Kooperation ist der Schlüssel bei Minecraft. Kooperation mit dem Lehrer ist ebenfalls wichtig. Die fehlt leider in vielen herkömmlichen Klassenzimmern.“

Mitch Brotherton nutzt itslearning in seinem Unterricht als „Drehkreuz“.

„Mein Kurs ist in Ordnern organisiert. Jedem Ordner entspricht eine Konstruktion, die wir in Minecraft bauen. In den Ordnern enthalten sind Themen zur Anregung der Rechercheaufgaben, Anweisungen sowie ein Aufgabenteil, in den sie ihre Screenshot hochladen. Bei kleineren Projekten lege ich einfach einen Inhaltsblock mit Anweisungen für die Schüler auf die Startseite des Kurses. Bei komplexeren Aufgaben verlinke ich auf ein Dokument in itslearning, auf das die Schüler zugreifen und sich herunterladen können.“

Unten ist ein solcher Inhaltsblock von itslearning abgebildet, der Anweisungen für Brothertons tolle Achterbahn-Konstruktion in Minecraft enthält. Sie können hier ein Video der besten Schülerarbeiten sehen.


Konstruktion einer Achterbahn

Spaßfaktor

Für Mitch Brotherton ist bei der Konzeption des Unterrichts auch der Spaßfaktor wichtig.

„Schüler, die Spaß haben, sind interessiert und interessierte Schüler erzielen Lernerfolge. Ich möchte, dass meine Schüler so viel Spaß haben, dass sie nicht einmal merken, wie viel Mathematik sie gelernt haben, wenn sie aus der Schule kommen. Mit Minecraft habe ich das erreicht.“

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Mitch Brotherton Minecraft im Unterricht einsetzt, besuchen Sie seine Website und seinen Twitter Account. Einen Überblick über Minecraft bietet Wikipedia.

 

1. Kawubke wrote:
Nicht nur für Mathe geeignet! Bei uns in der EInrichtung läuft seid 3 Monaten an drei Tagen ein Projekt zum Thema Sozialwissenschaften. Meine Erfahrungen fasse ich derzeit hier in einem Blog zusammen: www.kawubke.de Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen und es macht allen Beteiligten einfach nur Spaß so zu arbeiten 😀

Wed, December 10, 2014 @ 18:28

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